Samstag, 2. März 2019
Die letzten Tage
Und ein letztes Mal schöne Grüße aus Wien,

Es ist schwer die vier Wochen zusammenzufassen, weil echt viel passiert ist, aber probieren sollte ich es doch.
Zum einen finde ich es natürlich schade Wien zu verlassen, weil ich meine Freund*innen und die Stadt erstmal nicht wieder sehen werde. Auf der anderen Seite freue ich mich aber auch wieder auf meine Wohnung und meine Freund*innen in Köln, die ich schon vermisst habe.
An die meisten Sachen, die mich anfangs zum stutzen gebracht haben, habe ich mich mittlerweile gewöhnt.
Ich merke wie mir zwischendurch ein "Scheibtruhe" oder "Mistkübel" rausrutscht, aber auch der Fakt, dass ich mich nicht mehr wunder, dass der Stallmist in ganz normalen Biotonnen gepackt wird und selten mit Chemie oder Spüli gereinigt wird.

Die Stadt Wien ist einfach wunderschön und ich kann sie jeder Person als Reiseziel empfehlen. Fast alle Häuser sind noch im Altbaustil und Kultur und Kunst ist einfach ein viel präsenteres Thema hier, wenn auch Köln schon ein gutes Angebot diesbezüglich hat.
Möglicherweise komme ich im Oktober hier für ein Biostudium zurück, aber da müsste ich erst einmal noch ein wenig organisieren.

Aber nun zum zentralen Teil meines Praktikums. Dem Zoo. Die vier Wochen habe ich einiges neues gelernt. Im Polarium konnte ich mit komplett neuen Tieren arbeiten und viel über die Haltung von Pinguinen und Eisbären lernen, um Terrarium habe ich das Target Training bei Reptilien mitbekommen und konnte zum ersten Mal eine Riesenschildkröte streicheln und im Südamerikahaus habe ich neue Freund*innen gefunden, mit allen möglichen Tieren kuscheln dürfen und reiten für mich wiederentdeckt.
Mit den Giraffen habe ich auch super gerne gearbeitet, weil sie wunderschöne Tiere sind und auch Pandas und Koalas sind faszinierend, da war es nur sehr schade, dass ich nicht wirklich dort arbeiten durfte.

Wie gesagt fällt es mir schwer so viele Erfahrungen zusammen zu fassen, deswegen als Fazit einfach die Empfehlung an jede Person die überlegt dieses Praktikum zu machen! Es war wunderschön und ich werde mich noch lange dran erinnern können.

Es ist selbst wert, dass ich morgen wieder 9 Stunden im Zug sitzen werde. Aber jetzt gehe ich erstmal den letzten Tag im Theater genießen.

Ciao ciao!

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Donnerstag, 28. Februar 2019
I don't have the koalafications
Huhu,

Die letzte Woche hat angefangen und wie ihr lesen könnt bin ich bei den Pandas, Koalas und Giraffen zu denen aber auch das Rattenhaus mit den Kängurus und das Ostafrikahaus gehört.
Die ersten Tage war ich hauptsächlich bei den Giraffen, was echt cool war. Die Haltung hier ist zweigeteilt. Es gibt einen Altbestand im Provisorium, zu dem der momentan älteste Bulle Europas und zwei Mädels gehören, und zwei junge Netzgiraffen intern im neuen Giraffenpark.
Weil der alte Bulle einen weiteren Transport nicht so einfach wegstecken würde, bleiben sie solange es geht oben im Provisorium, das aber super ausgestattet ist und auch für die Tiere echt schön ist.
Was ich an dem Revier cool finde (bzw. Dem ganzen Zoo) ist das ausgiebige Tiertraining - hier wird alles trainiert, vom Krokodilteju zum Bison -, dass bei den Giraffen durch einen Tamer statt findet, sodass man die Tiere in Zukunft auch medizinisch behandeln kann ohne Probleme.

Was jedoch bisschen blöd bei dem Revier ist, ist die Pingeligkeit bei den Koalas und den Pandas. Zu den Pandas darf ich gar nicht erst rein (selbst festangestellte nur wenn sie mit frischer 60° Wäsche und extra sauberen Schuhen) und bei den Koalas nur unter der Bedingung dass ich nicht die Koalas, nicht den Eukalyptus und nicht mal die Stämme auf denen die Koalas sitzen anfassen darf. Und das obwohl ich jedes Mal vorher die Hände desinfizieren muss...
Aus Duisburg kennt Mensch ja ganz andere Umgangsweise, weshalb ich das noch weniger verstehe, aber es ist nunmal die Revierleiterin, die die Anweisungen gegeben hat und da kann ich natürlich nichts gegen sagen.

Einen Tag habe ich noch und dann ist ja eh Wochenende und die Heimreise, aber zum Glück ist das Wetter noch aufgetaut. Am Sonntag dachte ich noch ich erfriere und heute konnte man im T-Shirt raus. Klimawandel hallo.

Und Blog Ciao.
Bis in ein paar Tagen,

Paula

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Sonntag, 24. Februar 2019
Kuscheln und Kunst
Huhu,

Also dann will ich mal mehr vom Südamerikarevier berichten. Ich bin schwer begeistert. Zum einen sind die Leute da super lieb, Nina kannte ich ja schon vorher, aber auch die anderen haben mich direkt aufgenommen und sagen, dass ich doch bei ihnen anfangen soll. Jede Mittagspause wird für alle gekocht und danach wird Uno gespielt. Da fühl ich mich direkt super wohl und werde auch in Zukunft öfters vorbei schauen.
Aber auch die Tiere sind toll. Wie die meisten wissen sind Tapire ja richtige Kuschler, aber auch eins von den Capybaras genießt das richtig, sie bleibt dann ruhig stehen und stellt das Fell so hoch, dass sie aussieht wie als hätte sie in die Steckdose gefasst. Putzig!
Zu den Ameisenbären dürfen die meisten leider nicht rein, aber bei der Fütterung durfte ich zuschauen und das sah schon cool aus, weil sie die Insekten mit der Zunge richtig fangen müssen.

Der andere Teil des Reviers, also der Heimtierpark und der Reitstall, ist mir aber auch ans Herz gewachsen. Vor allem die Ponys, weil ich lange Zeit geritten bin, jetzt aber seit vier Jahren nicht mehr. Und beim Reitbetrieb (die Besucher können für 2 Euro eine Runde auf einem Pferd geführt werden) habe ich laut geträumt, dass ich auch gerne mal wieder auf einem Pferd sitzen würde, sodass Nina meinte ja dann Reit doch eine Runde.
Anscheinend habe ich das nicht schlecht gemacht, weil die Pflegerin Daniela gab mir direkt die Aufgabe die anderen Pferde auch zu reiten und richtig auszupowern, weil das wohl nicht oft genug gemacht wird.
Das muss mir nicht zweimal gesagt werden. Seit Freitag war ich jetzt jeden Tag etwa eine halbe Stunde reiten und da ich das nicht gewohnt bin tut mir fast alles weh (Vor allem meine jetzt blauen Knie, da die Pferde die Kurven sehr eng reiten), gelohnt hat es sich allemal, vor allem kann ich dadurch noch mehr Zeit mit den Leuten da verbringen.

Aber am Samstag war ich auch nicht untätig und habe mir drei Kunstausstellungen angeschaut. Die Secession (mein all-time-favorite!), das Leopold Museum, mit Klimt Ausstellung, und Westlicht, eine Fotoausstellung mit tollen Künstlern wie Nan Goldin.

Also ich bin richtig verliebt in Wien und würde hier echt gern studieren.

Liebe Grüße und Baba,

Paula

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Mittwoch, 20. Februar 2019
Das Leben ist ein Ponyhof
Moin moin,
Wo fang ich an?
Erstmal am Wochenende, ich war Samstag bisschen in Wien und habe mir neue Bücher gekauft und Sonntag im Naturhistorischen museum und danach noch im Volksgarten in der Sonne entspannen.
Das Museum ist super empfehlenswert, fast alle Tiere die mensch sich vorstellen kann, sind dort zu finden.
Und da ich Reviere getauscht habe (Aquarium zu Südamerikahaus) kann ich das tolle Wetter und die Sonne auch unter der Woche richtig genießen.
Ich habe zum einen wegen der Sonne gewechselt, aber auch weil Nina (eine Freundin von mir) in dem Revier arbeitet und ich die Chance Tapire und Capybaras zu kuscheln doch nicht verstreichen lassen kann.

Das Revier macht auch echt Spaß, zu den Tapire, Capybaras und Ameisenbären gehören noch die Vikungas, Präriehunde, die Haus Pferde und der Heimtierpark.
Ich kann direkt selbstständig arbeiten und hin und wieder Tiere streicheln, was gibt's besseres?

Nachmittags gehen die Pferde dann für die Besucher in den Reitbetrieb, aber ich mag die Arbeit mit Pferden, deswegen laufe ich auch gerne paar Stunden mit ihnen im Kreis herum.

Was genau in dem Revier los war erzähle ich dann im nächsten Post.

Baba

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Samstag, 9. Februar 2019
Eine Woche Polarium
Puh.. Eine Woche ist schon rum. Schneller als gedacht.
Wie ich im letzten Blogeintrag schon erwähnte, wurde ich im Polarium eingeteilt, zu denen die Eisbären, Brillenbären, Nasenbären, Pinguine, Robben und Kraniche gehören.
Und es war urgut!
Drei Tage war ich bei den Pinguinen und Robben, bei denen die Aufgaben (neben dem Schrubben und sauber machen) vor allem Fütterungen sind. Bei den Gelegenheiten konnte ich auch eine Mähnenrobbe streicheln und ein paar Felsenpinguine aus der Hand füttern.
Die letzten beiden Tage durfte ich bei der Bärenrunde mitlaufen, die sich hauptsächlich um Beschäftigung dreht. Besonders bei den Eisbären muss man alle paar Stunden ein neues Spielzeug oder Ähnliches reinwerfen, damit sie nicht ganz so schlimm stereotypieren. Um das zu verhindern trainiert man mit ihnen auch. Sie können Sitz, Platz, Bring und Männchen (Wahnsinn wie groß so ein aufgerichteter Eisbär ist). Natürlich ist alles auf freiwilliger Basis und nur mit positiver Belohnung. Die Brillen- und Nasenbären sind aber nicht weniger süß, denn auch wenn die Nasenbären sehr schüchtern sind; Sobald mensch Trauben in der Hand hat wollen sie gar nicht mehr von einem weg.

Alles in allem ein tolles Revier mit richtig coolen Tieren und Leuten. Ich finde es zwar schade, dass ich schon wieder weg muss, bin aber schon sehr gespannt wie es nächste Woche im Terrarium läuft.
Und was die Stadt angeht hatte ich bis jetzt leider noch nicht richtig Gelegenheit die Stadt zu erkunden, aber gestern war ich mit einem guten Wiener Freund bowlen und morgen wollen wir ein wenig in der Stadt spazieren und in Cafes setzen.
Bis denne!

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Dienstag, 5. Februar 2019
Gut angekommen
Hallöchen,

Wir sind nun schon seit Samstag in Wien, aber bis jetzt war alles so stressig dass ich heute erst dazu komme in den Blog zu schreiben...

Da Franzi und ich bei Bekannten unterkommen, gab es einiges zu organisieren, aber dafür wohnen wir in einem wunderschönen Haus nur ein District vom Zoo entfernt.

Sonntag sind wir schon kurz im Zoo gewesen um uns einen Überblick zu verschaffen und Montag gings dann los....

..Erstmal die Einteilung in die Reviere, mit der ich super happy bin!
Diese Woche arbeite ich im Polarium, bei den Bären, Robben und Pinguinen und dann im Terrarium und Aquarium und ganz zum Schluss bei den Pandas. Freue mich schon auf jedes einzelne Revier.

Die ersten zwei Tage im Polarium waren schon super, aber was genau ich da gemacht hab berichte ich dann am Ende der Woche. Bis dahin will ich nur sagen dass die Kollegen urlieb sind und das einzige Problem die Sprachbarriere ist. Aber da kann ich ja noch was lernen. :)

Paula

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Mittwoch, 31. Oktober 2018
Fazit von Kim
Das war`s...

So, wie soll ich anfangen?
Ein bisschen fehlen mir die Worte, wenn ich auf diesen Monat in Wien zurück schaue. Es ist einfach so viel passiert, wir (ich) haben so viel erlebt, viele neue Eindrücke gesammelt , neue Menschen kennengelernt und auch einfach eine sehr schöne Zeit verbracht.
Ich werde versuchen den ganzen Bericht ein bisschen zu gliedern in der Hoffnung, dass ich zumindest einen Großteil des Erlebten beschreiben kann.

Der Zoo
Zunächst einmal lasse ich die ganzen Zahlen zum Tierpark weg, da man diese auch im Internet nachlesen kann und sie für meine persönlichen Erfahrung nicht wirklich relevant sind.
Der Tiergarten Schönbrunn hat schon zum wiederholten Mal die Auszeichnung „Bester Zoo Europas“ erhalten und ich kann gut verstehen wieso. Allerdings muss man differenzieren zwischen allgemeinem Eindruck und dem tierhalterischen Aspekt. Für den Besucher ist es natürlich ein ganz besonderes Erlebnis in der Kulisse des Schlossparks Schönbrunn einen Zoo zu besuchen. Das Gesamtbild ist einfach stimmig. Die Gehegeeinfriedungen, die Grünflächen und viele Gebäude passen einfach in den Stil der Umgebung. Das Ganze ist kaum vergleichbar mit den Zoos in Nordrhein-Westfalen. So schön die Optik ist so durchschnittlich ist der Tierbestand und die Gehege. Also nicht falsch verstehen, das Ganze ist keinesfalls schlecht. Meiner Meinung nach fehlen jedoch die ganz ausgefallenen Tierarten. Natürlich sind Koalas und große Pandas etwas außergewöhnliches, allerdings auch ein Stück weit Prestigeobjekte. Da finde ich die gehaltenen Tannenzapfenechsen, Papageibreitrachen und Batagur-Schildkröten wesentlich interessanter. Dennoch ist der gesamte Tierbestand sehr umfangreich und so ziemlich jedes Tier, das man in einem Zoo erwartet ist vorhanden. Auch die Gehege sind nicht unbedingt etwas Besonderes. Auch hier gilt wieder, sie sind keinesfalls schlecht, zu klein oder Ähnliches. Sie sind halt einfach nichts extrem Besonderes, wie in manch anderen Zoos. Dennoch ist es ein sehr schöner Zoo und ich würde sofort dort wieder arbeiten.

Die Arbeit an sich
Man könnte es sich einfach machen und sagen: Auch in Wien machen die Tiere Mist und der muss weg. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Ich möchte eigentlich versuchen großartige Vergleiche zwischen Wien und Neuwied zu vermeiden, einfach weil es zwei komplett unterschiedliche Situationen sind, allerdings wird es sich nicht komplett vermeiden lassen. Das Beste in Wien ist einfach die enorme Anzahl an Personal in Wien. Je nach Revier sind mindestens 3 – 5 Tierpfleger pro Tag anwesend. Ich persönlich fand es eine tolle Erfahrung in einem größeren Team zu arbeiten, weil man sich so die Arbeit aufteilen konnte. Was auch direkt auffällt ist der sehr entspannte Umgang mit den Tieren selbst. Das lässt sich meiner Meinung nach auf die erhöhte Tierpflegeranzahl zurückführen, da so mehr Zeit für Tiertrainings bleibt und man sich wenig Sorgen machen muss, dass man die Arbeit nicht schafft und somit weniger hektisch arbeitet, dadurch sind die Tiere logischerweise auch ruhiger. Auch die Arbeitszeiten sind sehr schön im Tiergarten, um 7.30 Uhr beginnt der Tag und endet um 16.30 Uhr. Von 9.30 – 10.00 Uhr ist Frühstückspause und von 12.00 – 13.00 Uhr Mittagspause. Zusätzlich gibt es noch 15 Minuten Umziehzeit. Wenn man es gewohnt ist 10 Stunden auf der Arbeit zu sein ist das natürlich eine schöne Abwechslung. Auch ist es ein schönes Gefühl viel zu erledigt zu haben auf der Arbeit, aber sich nicht so kaputt gearbeitet zu haben, dass man abends nur noch ins Bett fallen möchte. Was mir besonders gefallen hat war, dass es viele Dinge gab, die einem den Arbeitsalltag erleichtert haben, wie z.B. Scheiben putzen mit Osmosewasser (keine Kalkflecken) oder die Abflüsse weitestgehend am tiefsten Punkt.
Als Fazit dazu kann man sagen, dass es echt Spaß gemacht hat im Tiergarten zu arbeiten und es war sehr schön mal etwas anderes zu sehen als in Neuwied.

Das Kollegium
Auch hier kann ich viel Positives berichten. Egal in welchem Revier ich eingesetzt wurde nahm man sich Zeit für mich und ich hatte selten das Gefühl, dass ich die „Drecksarbeit“ machen musste. Der Umgang untereinander war immer sehr freundlich und unkompliziert. Vor allem im Hirsch- und Südamerikarevier wurde ich sehr gut aufgenommen und konnte auch dort meine Pausen verbringen. Kontakte, die man auf der Arbeit geknüpft hatte wurden dann auch im privaten Umfeld ausgebaut, wie z.B. bei Spieleabenden, einem Tagestrip nach Bratislava, Bowling, Billard, Kneipenbesuche und vielem mehr ausgebaut. Ich habe sehr viele Leute kennengelernt, die ich trotz der kurzen Zeit vermissen werde und hoffe, dass zumindest bei einigen der Kontakt nicht abbricht. Es war auch sehr schön, dass es egal war ob man Auszubildender oder ausgelernter Pfleger war und auch das Alter spielte keine Rolle.
Was mich sehr beeindruckt hat war die „Team-Info“. Alle zwei Wochen versammeln sich alle Mitarbeiter und es werden aktuelle Tierbestandsveränderungen und andere wichtige Themen besprochen. Anschließend gibt es Essen für alle und das gesamte Kollegium verbringt die Mittagspause gemeinsam. So etwas war für mich etwas komplett Neues und hat mir sehr gut gefallen.
Ein Highlight jede Woche war auch das Fußballtraining der Zoomannschaft bei dem Marion und ich immer dabei waren und so natürlich auch schnell Anschluss fanden.

Die Stadt Wien
Alle wichtigen Daten über Wien, sowie Sehenswürdigkeiten kann man in jedem guten Reiseführer nachlesen, daher versuche ich hier meine persönlichen Eindrücke wieder zu geben. Ich sage es gleich vorneweg: Wien ist eine der schönsten Städte in denen ich bis jetzt gewesen bin. Natürlich gibt es zahlreiche Touristenattraktionen, wie die Hofburg, das Schloss Schönbrunn, die Karlskirche, den Stephansdom, das Hundertwasserhaus und so weiter. Aber auch andere Plätze fand ich sehr schön, wie den Naschmarkt, diverse Parks und Grünflächen, die Donauinsel oder auch den Roten Berg von dem man eine schöne Sicht über die Stadt hat. Vor allem der erste Bezirk mit seinen zahlreichen alten Gebäuden ist natürlich sehr eindrucksvoll.
Was mich besonders begeistert hat war aber auch die Anbindung des öffentlichen Personennahverkehrs. Egal wo man sich in der Stadt befand hatte man es nie weiter als 5 Minuten zur nächsten Haltestelle (Bus, Tram, U-Bahn, S-Bahn). Egal um welche Uhrzeit man unterwegs war, es kam selten vor, dass man länger als 10 Minuten warten musste. Wenn man bedenkt, dass man im Monat nur 50 Euro zahlen musste ist das Ganze einfach perfekt gewesen.
Zur Stadt gehören natürlich auch die Einwohner und die Sprache. Ich muss sagen ich habe mich schnell an die Sprache gewöhnt und fand sie oft auch sehr unterhaltsam. Die Wiener an sich haben einen sehr dunklen Humor, was ich aber ebenfalls sehr witzig finde und alles in allem waren die meisten auch sehr freundlich gewesen.

Unsere Wohnung
Diese befand sich im 10ten Bezirk (Favoriten). Wie uns schnell klar wurde, gehört dieser Stadtteil zu den weniger schönen in Wien. Hier gibt es kaum touristische Prägung, sondern eher ein multikulturelles Miteinander. So schlimm, wie es von dein Einheimischen dargestellt wurde war es aber keineswegs. In direkter Umgebung befanden sich mehrere Supermärkte, diverse Gastronomiebetriebe und auch die Tram und U-Bahn. Ca. 40 Minuten brauchten wir von Tür zu Tür bis zum Zoo.
Die Wohnung war ca. 80qm groß, 3 Zimmer, Küche, Bad und mit fast allem ausgestattet was man so braucht (außer einer Kaffeemaschine). Der einzige Nachteil war, dass mein Zimmer ein Durchgangszimmer war und ich immer mitbekam, wenn Marion ihr Zimmer verließ, aber daran gewöhnt man sich auch. Ansonsten war die Wohnung für unsere Zwecke vollkommen in Ordnung und es gibt nicht viel zu kritisieren.

Ausbildungsvergleich
Was man sehr schnell gemerkt hat war, dass die Österreicher von ihrem Ausbildungskonzept nicht sehr überzeugt sind. Hier werden alle 3 Fachrichtungen der Tierpflege zusammen Unterricht in einem 10 Wochen Block je Lehrjahr. Auch die Prüfung ist weit weniger umfangreich, als bei uns. Auch die Tierpfleger waren sehr begeistert von uns „Deutschen“ und davon wie gut wir arbeiten können und wie weit unser theoretisches Wissen war. Das soll keinesfalls arrogant klingen. Am ehesten merkte man das bei den Lernstunden im Zoo (1mal die Woche fand ein Unterricht für alle Auszubildenden in einem Revier statt). Viele Fragen, die dort gestellt wurden konnten wir ohne Probleme beantworten, während man sonst in fragende Gesichter blickte. Das soll aber keinesfalls bedeuten, dass in Österreich die Tierpfleger schlechter sind. Ich denke lediglich im theoretischen Bereich der Ausbildung haben wir einige Vorteile, die bei einem praktischen Beruf jedoch nicht zwingend notwendig sind.
Überrascht war ich jedoch davon, wie selbstständig die Auszubildenden hier arbeiten durften. Damit habe ich in einem so großen Zoo mit so viel Personal nicht gerechnet. Im Regenwaldhaus durfte ich den gesamten Vogelbereich selbst machen und auch Auszubildende erzählten mir, dass sie fest in das Team eingebunden werden und viel alleine arbeiten dürfen.
In der Theorie haben wir leichte Vorteile, in der Praxis ist es eher umgekehrt.

Das Ganze hier ist nur ein kleiner Überblick und es gibt noch so viel zu erzählen und berichten, aber das würde den Rahmen hier sprengen.
Alles in Allem war es eine wunderschöne Zeit, die ich auf gar keinen Fall vermissen möchte. Natürlich gibt es Kleinigkeiten, die hätten besser sein können, aber das ist vollkommen egal weil insgesamt gesehen einfach alles perfekt war. Ich kann nur jedem raten, der diese Möglichkeit hat diese Erfahrung zu machen.
Ich möchte mich auch einfach noch bedanken, bei allen Seiten, die das möglich gemacht haben, bei der Elly-Heuss-Knapp-Schule, dem Tiergarten Schönbrunn, dem Zoo Neuwied, bei Erasmus+ aber auch bei meinen drei Mitstreitern, ohne die diese Zeit nur halb so gut gewesen wäre.

Das war es dann auch von mir.

Kim :)

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Dienstag, 30. Oktober 2018
Auf Wiedersehen Wien!
Servus liebes Tagebuch,

Ich kann und will es noch nicht glauben... unsere Zeit in Wien ist vorbei. Die vier Wochen sind schneller vorbei gegangen als ich gucken konnte und es war eine wirklich wunderbare Zeit. Vielleicht kann ich meine gesammelten Eindrücke vermitteln...

Zuerst ein paar Sachen allgemein über den Tiergarten Schönbrunn:

Der Tiergarten liegt in Wien im 13. Bezirk Namens Hietzing und grenzt an den Schlossgarten Schönbrunn. Mit 17 ha ist der Zoo nicht riesig, beherbergt trotzdem über 700 Tierarten und fast 9000 Individuen. In 13 Revieren arbeiten etwa 80 Tierpfleger, weshalb die Pfleger viel Zeit für Tiertraining etc. haben, aber dazu später mehr.
Jedes Jahr besuchen über 2,2 Millionen Besucher die zoologische Einrichtung. Von diesen Zahlen können die Zoos in NRW nur Träumen.
Er gilt als der älteste Zoo der Welt und wurde bereits mehrmals als „bester Zoo Europas“ ausgezeichnet. Das Beeindruckende daran ist, finde ich, dass die meisten Gebäude äußerlich nicht verändert werden dürfen, da sie durch das Weltkulturerbe geschützt sind. Das gibt dem ganzen Zoo einen sehr besonderen Flair und aus alten kleinen Gehegen sind wirklich moderne Tieranlagen entstanden.
Mit dem Motto „Tiere sehen, Arten schützen“ hat sich der Zoo den Artenschutz auf die Fahne geschrieben. Das gelingt dem Tiergarten auch erfolgreich zum Beispiel durch das Nachziehen vom Großen Panda.
An sich könnte ich nun noch Einiges über die Geschichte des Zoos erzählen, aber ich denke es waren nun einmal genug Daten und das Internet verrät ja bekanntlich auch genug zur Geschichte, wenn man danach sucht.

Nun aber zu meiner Zeit im Zoo.

In meinen ersten beiden Wochen war wirklich viel Neues dabei, da wir in Gelsenkirchen wenig bis gar keine Aquarien haben. Natürlich war ich davor für zwei Monate in der Aquaristik in Bochum, aber in Wien läuft das ganze irgendwie nochmal anders ab. Besonders die Quallenzucht kannte ich noch gar nicht und auch viele neue Fischarten sind mir begegnet, unter anderem auch Giftfische. Durch das wirklich kompetente Team habe ich sehr viele Informationen mitnehmen können, was mir garantiert auch bei meiner Prüfung helfen wird.
Aber auch meine dritte und vierte Woche waren einfach super. Durch die viele Zeit, welche die Pfleger aufgrund der guten personellen Besetzung dort meist haben, konnte ich in diesen beiden Wochen wirklich tolle Tier-Mensch-Beziehungen sehen und habe auch selber diese ein Stück weit erleben dürfen.
Allerdings unterscheidet sich hier die Arbeit sonst nicht wesentlich von dem, was ich aus Gelsenkirchen kenne. Zum Beispiel wird in Gelsenkirchen noch richtig der Stall mit Stroh eingestreut und gemistet, während die Ställe in Wien nur mit Sägespäne eingestreut werden. Das ist natürlich einfacher zum Sauber machen, allerdings auch etwas Verschwendung, finde ich. Eine weitere Sache, welche mir noch fremd war: Die Mistkübel und Wege werden von den Pflegern sauber gemacht.
Wirklich beeindruckend ist das umfangreiche Tiertraining in den Revieren. Dadurch, dass eine spezielle Tiertrainerin eingestellt ist, welche das Ganze koordiniert, sind tolle Fortschritte zu beobachten.
Was die Ausbildung in Österreich angeht, ist es ja doch etwas unterschiedlich zu der in Deutschland. Zum einen weil es mehrere Wege gibt die Ausbildung zu absolvieren und auch weil es kein Unterschied gibt zwischen Heimtier-, Labor-, und Zootierpfleger wie bei uns. Der Beruf kann wie bei uns in einem Betrieb absolviert werden mit Blockunterricht, welcher jedes Jahr 10 Wochen Beträgt. In dieser Zeit muss ein Tag in der Woche ein Praktikum entweder im Zoo, Tierheim und Labor gemacht werden.
Der zweite Weg ist über eine rein Schulische Ausbildung, welche selber bezahlt werden muss. Diese geht ebenfalls 3 Jahre lang.
Der dritte Weg ist über den zweiten Bildungsweg und dauert 2 Jahre lang. Dabei wird auch im Betrieb 2 Jahre Praxiserfahrung gesammelt um anschließend einen Theoriekurs zu besuchen.
Nach der Ausbildungszeit machen alle die selbe Abschlussprüfung.

Unserer Zeit privat in Wien ist auch noch ein paar Sätze wert.

Mit unserer kleinen Wohnung im 10. Bezirk waren wir nicht im schönsten Teil von Wien, aber trotzdem war es einfach super. In unserer Wohnung hatten wir alles was wir brauchten um gut zu leben und um in die Innenstadt zu kommen, hatten wir eine gute Anbindung mit den „Öffis“, welche sehr oft fahren und gleichzeitig auch sehr peisgünstig sind. Daran kann sich der VRR gerne mal ein Beispiel nehmen.
Sonst kann man in Wien einfach überall etwas Neues entdecken, von Museen über Kneipen bis zum Naschmarkt. Auch nach vier Wochen haben wir noch längst nicht alles gesehen.
Insgesamt kann man über die Wiener sagen, dass sie ein recht entspanntes und humorvolles Völkchen sind. Die sprachlichen Schwierigkeiten sind nach einigen Tagen auch nicht mehr vorhanden, sondern eher durch Scherze ersetzt worden.
Auch die Zeit mit meinen WG- Mitbewohnern habe ich sehr genossen, wir hatten viel Spaß und haben einiges zusammen Unternommen.

Im Endeffekt hatte ich eine richtig gute Zeit in Wien und nehme einiges aus diesem Praktikum mit. Sowohl was die Ausbildung angeht wie auch privat. Ich kann jedem, der die Chance hat so ein Praktikum zu machen, nur ans Herz legen sie auch zu nutzen, denn auch das WG Leben und in einer fremden Großstadt zu sein ist zwar eine große Herausforderung, aber diese zu meistern ist großartig.

Das war's erstmal von mir,

Liebe Grüße
Marion

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Donnerstag, 18. Oktober 2018
Alltag?
Servus liebes Tagebuch,

Nun ist auch die erste Woche in unserem zweiten Revier fast vorbei. Katharina ist jetzt bei den Affen, Marion bei den Hirschen (Neptun), Sven im Regenwaldhaus und Kim im Südamerikapark. Das bedeutet, dass bis auf ein Revier keine Neuen dabei sind. Logischerweise werden deshalb die individuellen Erfahrungsberichte unterschiedlich lang ausfallen, da sich doch einiges wiederholen würde.
Was auf keinen Fall unerwähnt bleiben darf ist das unfassbar gute Wetter hier. Bislang gab es erst einen Tag an dem es regnete, sonst waren es fast ausnahmslos um 20°C und Sonnenschein. Sowohl für die Arbeit, als auch für Freizeitaktivitäten ist es bislang einfach perfekt. Anders kann man es nicht beschreibe., Das ganze spiegelt die Tatsache wieder, dass wir schon seit der ersten Woche das Haus des Meeres besuchen wollten, wir uns aber immer dagegen entschieden haben, weil wir dieses Wetter einfach ausnutzen wollen.
In einer Mittagspause kam die Erkenntnis, dass man gar nicht mehr wirklich realisiert, dass man sich in Wien befindet, da wirklich der Alltag einkehrt. Allerdings ist es ein sehr schöner Alltag und im Schlosspark in dieser Kulisse zu arbeiten ist immer noch einfach einzigartig und trotzdem etwas Besonderes.
So, nun aber zu den neuen Revieren.

Kim, Südamerikapark

Der Name dieses Reviers verrät jedoch nur die halbe Wahrheit. Man findet hier nicht nur südamerikanische Tiere, sondern auch den Heimtierpark des Tiergarten Schönbrunns. Die namensgebenden Tiere befinden sich auf einer großen Vergesellschaftungsanlage. Hier sind zwei Tapire, fünf Vikunjas, drei Sereiemas, zwei Nandus, drei Ameisenbären, und fünf Wasserschweine zuhause. Eine der schönsten Südamerikaanlagen, die ich bis jetzt gesehen hab. Im Heimtierpark befinden sich neben Zwergziegen, Kaninchen, Meerschweinchen, Haustauben, Wellen- und Nymphensittichen und Poitu-Eseln auch sechs Pferde aus verschiedenen Rassen. Letzter sind Teil eines Reitbetriebs in dem von Dienstag bis Sonntag täglich für 2 zwei Stunden Kinder und Erwachsene für 2 Euro/Runde Reiten können. Generell stehe ich solchen Angeboten eher skeptisch entgegen. Allerdings muss ich meine Meinung ändern, da täglich andere Tiere geritten werden und die Kinder sich überwiegend hervorragend verhalten. Der größte Vorteil ist, dass die Tiere bewegt werden und eben nicht nur auf der Anlage stehen. Natürlich ist es eine sehr kleine Runde, die gelaufen wird, aber andererseits gehen die Pfleger auf die Bedürfnisse der Tiere ein und man hat nicht das Gefühl in einer Massenabfertigung zu stehen, sondern einfach ein normaler Reitbetrieb in einer entspannten Atmosphäre für Mensch und Tier. Montags bekommen die Pferde dann noch mehr Abwechslung und werden morgens durch den Zoo auf eine Koppel im Schlosspark geführt und abends wieder zum Stall geholt.
Der eigentliche Grund warum ich mich für dieses Revier entschieden habe sind jedoch die Südamerikaner. Da wir bei uns im Zoo Neuwied vor ca. drei Monaten eine neue Südamerikahalle eröffnet haben und ich dort als nächstes arbeiten werde, habe ich mir gedacht, dass es sicherlich von Vorteil wäre vorher schon einmal Erfahrungen in einem Betrieb zu sammeln, in dem das ganze schon eingespielter läuft. Auch hier sind die Pfleger wieder sehr freundlich und nehmen sich Zeit für mich und meine Fragen.
Hier wird viel Wert auf Interaktion mit den Tieren gelegt, was bei den Pferden nur logisch ist durch den Reitbetrieb, aber auch mit den Tapiren und Capybaras kann man die ein oder andere Minute (oder auch länger) verbringen. Leider gelten auch im ältesten Zoo der Welt dieselben Naturgesetze wie in Neuwied und auch hier – man mag es kaum glauben – verlieren die Bäume im Herbst ihre Blätter. Daher muss man hier vor allem auf der Südamerikaanlage Laub kratzen bis zum Umfallen. Wenn man dann im Gegenzug jedoch Tapire bis in komatöse Zustände knuddeln kann wird man doch für Einiges entschädigt. Zu den sonstigen tierpflegerischen Arbeiten muss ich glaube ich nichts erwähnen, da diese überall gleich sind.
Auch in diesem Revier gefällt es mir sehr gut, aber es toppt leider nicht die Zeit im Regenwaldhaus.


Sven, Regenwald

Meine dritte Woche verbringe ich im Regenwaldhaus. Hauptsächlich da geplant war, einen radikalen Schnitt bei einigen Bäumen vorzunehmen und somit ein Paar zusätzliche Hände zum Anpacken gebraucht werden. Jedoch kam es bisher nicht dazu und wird wohl auch erst am Montag damit begonnen. Somit werde ich nach einem netten Empfang am Montag mehr und mehr in den Tagesablauf eingebaut um selbstständig die mir bekannten Arbeiten zu erledigen. Da die Woche auch bereits rum ist bleibt mir hier als Fazit zu sagen, dass die Kollegen auch hier sehr nett sind und sich für Unterschiede zu dem Kölner Tropenhaus interessieren. Diese sind jedoch relativ klein. Der Hauptunterschied ist wohl auch in diesem Revier die Anzahl der Pfleger.

Marion, Hirsche bzw. Neptun-Revier

Da in diesem Revier Katharina die letzten zwei Wochen arbeitete, brauche ich den Tierbestand wohl nicht erneut komplett aufzulisten.
Montag habe ich die Woche begonnen mit dem Arbeiten bei den Wasserbüffeln, für mich eine relativ neue Erfahrung, da wir nur Watussi-Rinder in Gelsenkirchen halten, welche sehr ängstlich sind und deshalb jeder Kontakt vermieden wird.
Dienstag habe ich das Arbeiten bei den Panzernashörnern gesehen, welche im Vergleich zu unseren Breitmaulnashörnern wirklich winzig sind. Diese leben wie auch bei uns auf einer Gemeinschaftsanlage mit einigen Antilopen. Außerdem durfte ich mir das Training ansehen, welches sehr interessant war.
Mittwoch wurde ich mit zu den Halsbandpekaris genommen und habe mich auch direkt in die Nabelschweine verliebt. Obwohl sie durchaus gefährlich sind, gehen die Pfleger mit ihnen auf die Anlage und haben so auch mir den Kontakt zu diesen wunderbaren Wesen ermöglicht. Da am Montag morgen ein Weibchen zwei Pekari Jungtiere geworfen hat, mussten wir diese zum sexen und markieren fangen. Wir trennten die Mutter von den Jungtieren ab, damit diese uns nicht attackieren kann. Während ich die Tiere fing und festhielt wurde das Geschlecht bestimmt und durch Ohrkerben das Individuum gekennzeichnet.
Auch Donnerstag verbrachte ich zuerst bei den Wasserbüffeln, um anschließend beim Schlachten zweier Mähnenspringer zu helfen. Die Tiere wurden zuerst betäubt, um anschließend durch einen Bolzenschuss getötet zu werden. Wir brachten die toten Tiere ins Raubtierhaus, wo die Ziegen an den Tiger und die Leoparden verfüttert wurden. Die jungen Leoparden spielten zwar am Anfang mehr mit dem Futter, aber freuten sich trotzdem.
Morgen werde ich voraussichtlich bei den Mähnenspringern, Berberaffen und Thars sind. Am Ende der Woche kann ich sagen, dass es ein super schönes Revier ist, auf einer Seite von den Leuten aber auch von den Tieren. Besonders die Pekaris werde ich vermissen, vielleicht nehme ich mir einfach ein paar mit...

Katharina, Affenhaus

Meine dritte Woche im Tierpark Schönbrunn begann im Affenhaus. Da schon das Affenhaus in den vorherigen Blockeinträgen erwähnt wurde, werde Ich nicht nochmal alles wiederholen.
Auch in diesem Revier wurde ich am Montagmorgen freundlich mit einer Tasse Kaffee begrüßt, nach einer kurzen Unterhaltung haben wir mit der alltäglichen Arbeit begonnen. Auch in diesem Revier habe ich wieder einmal gemerkt das es nicht an  Pflegern mangelt und sie sich dadurch viel zeit für die Tiere nehmen können, wie z.B. Training mit den Erdmännchen was ich zuvor noch nie gesehen oder gehört habe und wovon ich sehr begeistert war. Sehr überrasch bin ich auch davon das man zu allen Tieren ohne große Probleme reine gehen kann (mit Ausnahme von den Orang-Utans) was bei und im Zoo nicht vorzustellen wäre. Mir macht im allgemeinen die Arbeit dort sehr viel spaß was zum größten teil an den Tieren liegt und vielleicht auch ein bisschen an den Pflegern.



Ansonsten ist unter der Woche nicht viel außergewöhnliches passiert, außer dass Marion und Kim der Zoofussballmannschaft in der Wiener Neustadt bei einem Trainingsspiel gegen die Alte Herren Mannschaft der Wiener Polizei zugeschaut haben und auch wieder am Fußballtraining teilnahmen.

See you later alligator.

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Dienstag, 2. Oktober 2018
Servus Wien
Liebes Tagebuch.

Nachdem du uns gestern bitter enttäuscht und deine Arbeit verweigert hast, in dem du dich einfach nach dem Klick auf „veröffentlichen“ ausgeloggt hast, geben wir dir heute noch einen zweiten Versuch.
Jedenfalls gelingt uns so eine sehr gute Überleitung von Arbeitsverweigerung zur Deutschen Bahn. Aber der Reihe nach: Samstag morgens ging es für uns alle früh los um mit dem ICE von Köln / Neuwied / Essen nach Wien zu fahren. Wer kommt denn auch auf die Idee über 9 Stunden im Zug zu sitzen, wenn die selbe Strecke auch in 1h50min mit dem Flugzeug zurückgelegt werden können? Und dann auch noch an einem Samstag. Dennoch muss man sagen, dass wir mit nur 20 Minuten Verspätung in Wien ankamen, was weit unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Wahrscheinlich ist der Grund dafür, dass die Strecke nicht nur durch Deutschland führte. Lange Rede, wenig Sinn. Wir sind sehr gut am Nachmittag angekommen. Nach einer kurzen Orientierungsphase am Hauptbahnhof machten wir uns mit der Straßenbahn auf den weg zu unserer AirBnB Wohnung. Da wir Prioritäten setzen mussten, hielten wir uns nur kurz in der Wohnung auf und fuhren wieder Richtung Bahnhof um dort Dortmund gegen Leverkusen zu gucken. (An dieser Stelle muss aber noch erwähnt werden, dass wir den Schlüssel für die Wohnung auf höchst mysteriöse Weise in einem sehr zwielichtigen Imbiss erhielten. An der Wohnung selbst stellten wir fest, dass die Wohnung nicht abgeschlossen war und auch ein Türknauf an der Wohnungstür fehlt. Trotzdem wird das Apartment für uns vier locker ausreichen.) Gegen halb elf mussten wir noch schnell im minimal überteuerten Supermarkt am Hauptbahnhof für den Sonntag mit Nahrungsmitteln eindecken, da zu Zeitpunkt unserer Ankunft (18.00Uhr) sonstige Supermärkte schon geschlossen waren.
Nach einer ausgiebigen Mütze Schlaf machten wir uns Sonntags am sehr späten Vormittag auf den Weg zum Tiergarten Schönbrunn, um schon einmal den weg zur Abriet zu erkunden. Vor Ort angekommen konnte man schon einmal einen Eindruck bekommen wie Sissi gelebt hat und dass es bestimmt Schlimmeres gibt, als in der Vergangenheit als Adeliger in Österreich gelebt zu haben. Auch wenn wir nur einen Bruchteil des Schlossparks gesehen haben, waren wir doch schon sehr beeindruckt. Danach ging es dann mit der U-Bahn Richtung Innenstadt, wo wir unsere Kulinarik-Reise unter anderem mit Wiener Melange und Apfelstrudel begannen. Mal sehen was es in den nächsten Wochen noch so geben wird. Nach einiger Zeit trennte sich das Quartett auf und so wurde in 2er Teams die Stadt erkundet, wo man unter anderem den Stephansdom, die Karlskirche, die Hofburg, die Donau (wie der Rhein, nur nicht so schön), den Volksgarten und die Staatsbibliothek entdecken konnte. Gegen Abend trafen wir uns wieder in einem American Diner namens Pointers um Land und Leute kennen zu lernen. Dort wurde sehnsüchtig auf den Start der NFL (American Football) Spiele gewartet. Allen Beteiligten wurde schnell klar, dass der Wiener Dialekt sehr zur Erheiterung des Gemütszustandes beitragen kann.
So, nun kommen wir zum ernst des Ganzen, dem Grund aus dem wir hier sind: die Zootierpflege. Also ging es früh morgens in den Tiergarten Schönbrunn, wo wir unsere Spinde zugeteilt bekamen und in die Reviere für die ersten zwei Wochen aufgeteilt wurden.
Katharina verbringt ihre zeit im Neptun-Revier. Hier werden überwiegend Huftiere gehalten, wie Pekaris, Hirschziegenantilopen, Bisons, Hauswasserbüffel, Thars, aber auch Berberaffen, Pelikane und Panzernashörner.
Marion wird im Aquarium sein, wo sich der Tiergarten auf die Zucht bedrohter seltener Fische spezialisiert hat. Außerdem gibt es dort eine der größten Quallenzuchten Europas und Giftfische, wie Rotfeuerfische.
Sven ist bei den Affen eingeteilt, wo er mit Lemuren, Krallenaffen, Erdmännchen, Orang-Utans, Gibbons und Gürteltieren arbeiten wird.
Kim arbeitet jetzt im Regenwaldhaus mit vielen bedrohten Singvögeln Asiens, wie Schamadrosseln, Fruchttauben und Blattvögeln. Außerdem gibt es hier auch Otter, Riesenschlangen und einige Fischarten.
Alles in allem sind ziemlich viele Eindrücke auf uns eingeprasselt, die wir jetzt erst einmal verarbeiten müssen. Auch an die Sprache muss man sich erst mal gewöhnen, vor allem auf der Arbeit, da dort Arbeitsgeräte und Arbeitsabläufe andere Namen haben. Hier ein paar Beispiele:
Schaufel = Aufnehmer
Schubkarre = Schiebtruh
Eimer = Kübel
Spülen, ausspritzen = waschen
Stufe = Stiege
Jedenfalls sind alle Menschen, denen wir bis jetzt begegnet sind sehr nett und wir sind gespannt auf mehr.
So das war's es erst einmal.

Bis bald liebes Tagebuch

Marion, Katharina, Sven, Kim

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